Geschichte


Zur Geschichte der Volkssolidarität 1945 bis heute

„Zur Geschichte der Volkssolidarität“ ist der Titel einer vom Bundesverband der Volkssolidarität herausgegebenen kleinen Broschüre, die einen Abriss der Entwicklung und des Wirkens der Volkssolidarität insgesamt als Teil der Sozialgeschichte in Deutschland nach 1945, deren Qualität als Organisation vor allem durch das alltägliche Handeln und Wirken seiner Mitglieder sowie der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter im Osten Deutschlands darstellt.

Die Gründungsgeschichte der Volkssolidarität ist gebunden an die 1945 existierende soziale Situation der Menschen, unabhängig von ihrer vorherigen sozialen und politischen Positionierung sowie den enormen „Hilfsbedarf“, der ohne das „Jeder hilft Jedem“ (Solidarität des Volkes) nicht zu bewältigen war. Die Volkssolidarität ist die einzige Bewegung/Organisation, die nach 1945 im Zusammenwirken von allen neu gegründeten bzw. noch existierenden Parteien, Landeskirchen, Gewerkschaften und Frauenorganisationen zunächst in Sachsen und Sachsen-Anhalt entstand. Sie fasste die unmittelbar nach Ende des Krieges entstandenen Initiativen auf kommunaler und später auf Landesebene zur Unterstützung v. a. Ausgebombter, Obdachloser, Waisen, Flüchtlinge, Umsiedler, Kriegsheimkehrer, Neubauern, Hungernden, Frierenden für den Osten Deutschlands (Sowjetische Besatzungszone) zusammen. Ausgehend vom Gründungsaufruf des Blocks Antifaschistisch-demokratischer Parteien: „Volkssolidarität gegen Wintersnot“ in Sachsen vom 17.10.1945 erfolgte am 24.10.1945 die Annahme eines „Grundsatzprogramms“ der Bewegung „Volkssolidarität“ mit dem Ziel der Verbreiterung auf alle Länder der Sowjetischen Besatzungszone.

 

Kriegsende 1945:

Chaos, Not, Elend, Trümmer, ausgebombte Menschen und Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Allein in Delitzsch befanden sich neben den Bewohnern mehr als 10.000 Flüchtlinge. Die Ernährung, Bekleidung, finanzielle Unterstützung der oftmals vollständig Mittellosen drohten durch den herannahenden Winter ohne die Hilfe aller zur Katastrophe zu werden. Der Landrat des Kreises Delitzsch, Paul Hoyer beauftragte in seinem Schreiben vom 07.01.1946 die Herren Bürgermeister des Landkreises sofort in allen Gemeinden Ausschüsse nach Ziffer 4 des Hilfswerkes der Provinz Sachsen zu bilden und namentlich bis zum 20.01.1946 zu benennen. Wie wir aus historischen Dokumenten wissen, erfolgte am 22.01.1946 in der Sitzung des Stadtausschusses zum Hilfswerk der Provinz die Wahl des evangelischen Pfarrers Unger zum Vorsitzenden des Stadtausschusses des Hilfswerkes. Acht dringliche Aufgabengebiete wurden benannt und verantwortliche Personen zugeordnet:

 

  1. Betreuung der Opfer des Faschismus,
  2. Rettet die Kinder,
  3. Jugendfürsorge,
  4. Umsiedler,
  5. entlassene Soldaten,
  6. Rentner und Fürsorgeempfänger,
  7. Wiedergutmachung und
  8. Schulspeisung.

 

Im Delitzscher Museum vorliegende Berichte schildern überlebensnotwendige Aktivitäten wie das Herstellen von täglich 800 Portionen Essen im „Schützenhaus“, die Einrichtung einer Wärmestube im heutigen Postgebäude, der Altenheime Beerendorf und Döbernitz sowie des Kinderheimes in Biesen, die Einrichtung einer Nähstube im „Lindenhof“ oder die Zahlung einmaliger Weihnachtsbeihilfen 1946 an 65 Familien in Höhe von 2.390 Mk, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Rundschreiben Nr. 5/47 vom 06.02.1947 des Kreisausschusses Delitzsch des Hilfswerkes der Provinz Sachsen-Anhalt trifft klare Regelungen für die Versorgung der Umsiedler und heimatlosen Heimkehrer mit Möbeln, Hausrat und Einrichtungsgegenständen und benennt ergänzend den ersten Sonntag eines jeden Monats als Sammeltermin für Geld- und Sachspenden. Das Rundschreiben Nr. 6/47 vom 12.02.1947 beschreibt ausführlich die Handlungsspielräume für die Sammlungen, die Verfahrensweise zur Einwerbung von Spenden und letztlich deren Dokumentation, die letztlich wegen der Papierknappheit ein Mindestmaß an Nachvollziehbarkeit erfüllen musste und zugleich als Urkunde galt, an der keine Veränderungen zulässig waren. Die genannten Rundschreiben lassen erahnen, welcher organisatorischen Kleinarbeit es in dieser für alle schwere Nachkriegszeit bedurfte, um das Leben auch für Umsiedler und Heimatlose erträglicher zu machen.

Vom 01.03.1948 bis zum 31.12.1949 betrieb der Kreisausschuss der Volkssolidarität in Delitzsch, Bitterfelder Str. 7 eine Warentauschzentrale sowie später eine Nähstube. Im Juli 1948 läuft die VOLKSSOLIDARITÄT-Hilfsaktion „Wir bauen auf“ als Sammlung von Alteisen, Blechen und Beschlägen für den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Stadt Eilenburg. Alte Dokumente erinnern an eine am 03.01.1949 durchgeführte Strumpfansohlungsaktion „Aus Alt mach Neu“. Gegen Vorlage des Haushaltpasses und Zahlung von 1,25 DM konnte ein Paar Strümpfe zur Ansohlung abgegeben werden. Zum Sinnbild der Volkssolidarität werden in dieser Zeit die „helfenden Hände“.

Am 29.08.1947 erschien in den amtlichen Bekanntmachungen die Anzeige zur Umbenennung des Hilfswerkes der Provinz Sachsen in „Volkssolidarität“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Volkssolidarität aus Ausschüssen bestanden, in denen von Parteien, Kirchen, Organisationen und Verwaltungsdienststellen benannte Personen zusammenarbeiteten sowie aus ehrenamtlichen Helfern und Freunden der Volkssolidarität. Nun wurden nach und nach Ortsgruppen mit Beitrag zahlenden Mitgliedern geschaffen, die sich eigene Leitungen wählten und selbst Beschlüsse über ihre Arbeit fassten. Die Volkssolidarität entwickelte sich zu einem Mitgliederverband mit demokratischen Strukturen.

Die Bildung der Ortgruppe Delitzsch erfolgte im April 1948. Unter der Leitung von Frau Bode konzentrierte sich die Hilfe auf ältere Bürger, alleinstehende Frauen mit Kindern und jegliche Hilfsbedürftige.

Ab 1950 erfolgte die Ausdehnung der Organisation auf die Dörfer des Kreises. Mit der Ausdehnung der Volkssolidarität als Organisation auf die Dörfer des Kreises entstand zunächst 1952 in der damaligen Fischbackstube Füg in der Holzstrasse in Delitzsch ein Büro. Bereits 1955 erfolgte der Umzug ins ehemalige Maxim-Gorki-Haus, Str. der DSF 12 (heute Leipziger Str.). Hier blieb die Geschäftsstelle der Volkssolidarität mit Begegnungsstätte und Stützpunkt für Hauswirtschaftshilfe, Mahlzeitendienst, Reisen bis zum Juni 2004.

 

In den Jahren nach 1950 vollzieht sich eine systematische Erweiterung der Leistungen der Volkssolidarität.

Seit 1952 wird eine tägliche warme Mahlzeit innerhalb der Stadt Delitzsch v. a. in die Haushalte älterer und hilfsbedürftiger Bürger ausgeliefert. Waren es zu Beginn gerade einmal 25 Portionen täglich, steigerte sich die Zahl bis 1989 auf 500 gekochte Portionen täglich, wovon ca. 160 ausgeliefert wurden, das allerdings mit Fahrrad, Handwagen oder zu Fuß.

Neben die Betreuung hilfsbedürftiger, v. a. älterer Bürger trat ab 1957 der Auftrag, der älteren Bevölkerung ein breites Spektrum an Bildungsmöglichkeiten, Informationen, Kunst und Unterhaltung zukommen zu lassen – es entstand der Veteranenklub. 1958 zählte die Volkssolidarität bereits 873 Mitglieder, wovon sich 38 als aktive Volkshelfer ehrenamtlich einbrachten.

 

Von 1961 bis 2004 stand das Haus in der Leipziger Str. 12 allein der Nutzung durch die Volkssolidarität zur Verfügung. Zum Angebot des Klubs mit den Namen „Jenny Matern“ gehörten zunehmend musikalische Veranstaltungen, Schriftstellerlesungen, Dia-Vorträge aus Bereichen der Wissenschaft, Gesellschaft, aus Freundesland, Skatnachmittage sowie Feiern im Jahresverlauf und zu Geburtstagen. Auf diese Weise fanden viele alleinstehende, ältere Personen Zugang zur Kultur, sie waren in Gemeinschaft und nicht mehr allein. Mit großer Hingabe wirkten in den Anfängen die Leiterin Frau Nowitzki und ihre Mitarbeiter, Herr Voigt, Frau Paulick, Herr Thiermann, Frau Stecher. So haben z. B. die Weihnachtsfeiern für Alleinstehende am Heiligen Abend eine seit 1963 bestehende Tradition. Seit 1972 gibt es die beliebten Geburtstagsfeiern des Monats. Regelmäßige sportliche Angebote hält der Verein seit 1978 vor. 1962 trennte sich der bis dahin zusammengehörende Kreisausschuss Delitzsch-Eilenburg in zwei voneinander unabhängige Kreisorganisationen. Diese Trennung sollte bis 1993 bestehen bleiben.

Eine eigene und interessante Geschichte innerhalb der Volkssolidarität schrieb und schreibt die Chorbewegung.

1968 steht in der Gründungsurkunde des Delitzscher Chores, 1981 in der von Eilenburg. Auch heute treffen sich regelmäßig ca. 50 Sänger der beiden Chöre zu Proben, um öffentliche Auftritte ins rechte Licht zu rücken, zu zeigen, dass Singen auch im Alter eine Bereicherung sein kann. Sie halten sich nicht nur selbst fit, sondern erfreuen z. B. regelmäßig Bewohner in Altenheimen.

Ein weiteres prägendes Angebot der Volkssolidarität war die Hauswirtschaftshilfe. Allein 1970 wurden durch die 30 Mitarbeiterinnen bereits 15.000 Std. geleistet. Zunächst war die Hauswirtschaftshilfe weitgehend auf die Unterstützung von Familien und alleinerziehenden, berufstätigen Mütter ausgelegt, zunehmend konzentrierte sie sich jedoch auf hilfsbedürftige, ältere und behinderte Menschen.

Vielen Menschen wurde damit trotz bereits eingetretener Hilfsbedürftigkeit ein Weiterleben in den eigenen vier Wänden und in vertrauter Umgebung ermöglicht. Übrigens betreuen 1989 84 Hauswirtschafterinnen 130 ältere, hilfsbedürftige Bürger im Umland.

Die kulturellen und sozialen Angebote der Volkssolidarität wurden mit kommunalen und zentralen staatlichen Mitteln gestützt, allerdings auf einem geringen Niveau. Ein Mittagessen war bereits ab 0,75 Mark für den Betreuten zu haben. Die Löhne der Hauswirtschafterinnen und des Klubpersonals waren in dieser Zeit die geringsten Löhne im Land. So gab die Stadt Delitzsch 1980 für ihre 4.500 älteren Bürger, 32.500 Mark Zuschüsse für:

  • Kulturveranstaltungen in Wohngebieten und im Veteranenklub,
  • Stützung Mittagessen und dessen Transport,
  • 56 Hauswirtschaftspflegen,
  • Renovierungen von Rentnerwohnungen,
  • Kohlekauf,
  • Kostenlose Wäschereileistungen,
  • Wannenbäder im Moorbad, oder
  • Besuche im Tiergarten und Museum

aus.

Als Mitgliedsorganisation zählte die Volkssolidarität 1970 in Delitzsch 2.400 Mitglieder in 5 Ortsgruppen mit 400 ehrenamtlichen Helfern.

Die dargestellten Angebote sind breiten Kreisen der Bevölkerung auch heute noch ein Markenzeichen für das Wirken der Volkssolidarität. Doch längst kann die Volkssolidarität nicht mehr auf die Arbeit für und mit Senioren reduziert werden.

 

Seit 1992 widmen wir uns umfänglich den Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit.

Im Laufe der Jahre übernahm die Volkssolidarität die Trägerschaft von drei Kindertageseinrichtungen:

  • die „Kita Am Park“ in Delitzsch,
  • die „Kita Bummi-Kneipp“ in Eilenburg und
  • die „Kita Sonnenkäfer“ im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig.

Die Kitas haben sich in den Jahren zu anerkannten, geschätzten integrativen Kindertageseinrichtungen entwickelt, in denen engagierte pädagogische und zum Teil technische Mitarbeiter täglich sich um Bildung, Erziehung und Wohlbefinden der uns anvertrauten Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Ende der vierten Klasse bemühen.

 

Zum 01.01.1996 übernahm die Volkssolidarität die Verantwortung für das Kinder- und Jugendheim „Gutshaus Biesen“. Mit dem Anspruch, die Hilfeleistung darauf auszurichten, das betreute Kinder und Jugendliche wieder in die Herkunftsfamilie integriert werden bzw. ältere Jugendliche auf das selbständige Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet werden, kann die stationäre Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe bis zu 24 Kinder/Jugendliche in Familiengruppen betreuen. Gleichzeitig erfahren bis zu fünf Mütter bzw. Väter Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder.

Seit 2008 wurde im Verein ergänzend zum stationären Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche die ambulante Familienhilfe aufgebaut. Der Bedarf im Landkreis legte diese Entwicklung nahe. Heute begleiten 10 pädagogische Fachkräfte die Familien in ihren unterschiedlichen Situationen und geben ihnen Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Die Volkssolidarität Kreisverband Nordsachsen e. V. hat sich sichtbar auf den Weg gemacht, auch in der Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie nicht nur für ältere und hilfsbedürftige Personen tätig wird, sondern ihre Aufgabe darin sieht, ein Verein für die ganze Familie zu sein. Mit Stolz werden wir wahrgenommen als zuverlässiger Partner für Menschen im höheren Lebensalter, aber darauf reduzieren kann man die Volkssolidarität schon lange nicht mehr. Nicht zuletzt die Mitgliederbefragung in den Monaten April/Mai 2010 und die dazu parallel laufende Befragung zum Thema „Was kann und sollte die VS leisten?“ haben gezeigt, dass sich Mitglieder und Mitarbeiter*innen intensiv damit beschäftigen, wohin die Volkssolidarität künftig geht. So war es fast folgerichtig, dass die Delegierten dem Vorschlag eines neuen Leitbildes für den Kreisverband einstimmig folgten. Das Leitbild finden Sie in allen Einrichtungen des Kreisverbandes öffentlich sichtbar als Maßstab des eigenen Handels ausgelegt.

Im Jahr 2011 wurde erstmals ein Ferienlager für Kinder in Ahlbeck durch die Volkssolidarität durchgeführt. Eine Woche lang erlebten Kinder Sommerfeeling und Gemeinschaft auf der Insel Usedom. 2012 konnten doppelt so viele Kinder (74) im Alter von 8 bis 16 Jahren eine erlebnisreiche Woche bei Sport-Spaß-Spiel erleben.

 

In die 2013 endende vierjährige Wahlperiode des Vorstandes eingebettet waren solche Ereignisse wie der 65. Geburtstag der Volkssolidarität, das 10-jährige erfolgreiche Arbeiten der Kita Bummi-Kneipp Eilenburg als anerkannte Kneipp-Einrichtung des Kneipp-Bundes Bad Wörishofen, der 50. Geburtstag der Kita „Sonnenkäfer“ in Dölzig und die Schaffung der Möglichkeit, Gastmitglied des Vereins zu werden. Gastmitglieder sind interessierte Einzelpersonen, Firmen, Gewerbetreibende, die eingeladen sind, den Verein näher kennen zu lernen und durch eine finanzielle Zuwendung oder eine Sachzuwendung in selbstbestimmter Höhe für einen selbst bestimmten Zeitraum und ein selbst bestimmtes Projekt den Verein bei der Umsetzung eines Vorhabens wirkungsvoll zu unterstützen. Nicht nur die Zuwendungen von Gastmitgliedern sondern viele kleine und große Beträge im Jahresverlauf haben in den letzten Jahren geholfen, Projekte in Angriff zu nehmen oder sie zu erhalten, wie z. B.:

  • die Durchführung von Kinderferienlagern,
  • die Errichtung von Außenspielgeräten in den Kitas,
  • die Unterstützung erlebnispädagogischer Projekte im Kinderheim „Gutshaus Biesen“,
  • die Errichtung einer Blockhütte an der Begegnungsstätte Eilenburg, und viele mehr.

 

Der inhaltliche Schwerpunkt des Kreisverbandes ist seine Tätigkeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, ergänzt durch traditionelle Aufgaben der Volkssolidarität in der offenen Altenhilfe und das große Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, die in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern ihre Zeit und Erfahrung für andere Menschen zur Verfügung stellen. Sie sind es, die die unmittelbare Mitgliederbetreuung im Alltag ermöglichen und aufrechterhalten. Das alljährliche Dankeschön in Form eines eigenen Festes für sie und die besondere Würdigung mit Ehrennadeln der Volkssolidarität in Gold, Silber und Bronze sind dafür nur ein kleiner Dank.

 

Die Arbeit des Kreisverbandes wird weit über das eigene Territorium des Landkreises Nordsachsen wahrgenommen und geschätzt. Im Jahr 2014 wird der Kreisvorsitzende, Jens Frieß, durch die Delegierten des Landesverbandes als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Volkssolidarität Sachsen e. V. gewählt. Den Mühlenpreis, ein Engagementpreis für das Ehrenamt im Landkreis Nordsachsen, in der Kategorie Soziales erhält die langjährige Leiterin der Seniorentanzgruppe Eilenburg, Frau Rosel Meglin. Damit wird bereits zum dritten Mal seit der Erstverleihung dieses Preises im Jahr 1999 dieser Preis von einem Ehrenamtlichen der Volkssolidarität entgegen genommen.

Die Kita Bummi-Kneipp Eilenburg begeht ihren 30-jährigen Geburtstag mit einem bunten, von den Kindern und Erziehern liebevoll gestalteten, Programm und erfährt für ihre Arbeit den hundertfachen Dank der Gäste dieser Veranstaltung.

 

2015

Unser Kreisverband hat doppelten Grund zum Feiern: 70 Jahre Volkssolidarität als Verband und 25. Jahrestag der Gründung als eingetragener Verein. Wir verstehen uns als Verband für die ganze Familie und nicht nur als Treff für die reifere, ältere Bevölkerung. Wir sind stolz, dass sich die Begegnungsstätten in Delitzsch und Eilenburg so gut etabliert haben und als Treffpunkte bzw. Veranstaltungsorte auch bei Nichtmitgliedern große Aufmerksamkeit genießen. In den 3 Kitas unter unserer Trägerschaft gibt es 581 Plätze für den Nachwuchs, davon für 17 Integrationskinder. Ca. 40 Familien im Landkreis werden in der Sozialpädagogischen Familienhilfe im Rahmen Hilfe zur Selbsthilfe betreut.

 

Die Umsetzung unseres neuen Projektes, der Bau einer heilpädagogisch/therapeutischen Wohnstätte in Biesen, beginnt ab September. Dieses künftige Angebot erweitert die bestehenden stationären Erziehungshilfeangebote für Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Betreuungsplätze in Verantwortung des Kreisverbandes wächst mit der Inbetriebnahme noch einmal um 15 Plätze und etwa die gleiche Anzahl Arbeitsplätze für pädagogisches Fachpersonal wird entstehen.

 

Um mehr Betreuungsplätze in Dölzig zu schaffen wurde zusammen mit der Stadt Schkeuditz mit den Planungen zum Anbau der Kita „Sonnenkäfer“ begonnen.

 

 

2016

Nach überschaubarer Bauzeit ist unser Wohnprojekt für Kinder mit heilpädagogischem oder intensivpädagogisch-therapeutischem Betreuungsbedarf, die Einrichtung „Haus Biesener Bogen“, in Betrieb genommen worden. Abhängig vom individuellen Hilfebedarf und den Ressourcen des Kindes (und der Eltern) finden unterschiedliche pädagogische Ansätze Anwendung. In dieser Einrichtung leben bis zu 15 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren in einer intensivpädagogisch-therapeutischen und in einer heilpädagogischen Wohngruppe zusammen. Das Ziel der Therapie ist immer, dass die Kinder und Jugendlichen zu ihren Familien oder einem familienähnlichen Zuhause kommen.

Mit der Inbetriebnahme dieser Einrichtung hat sich das Platzangebot in den stationären Hilfen zur Erziehung im Verein auf 44 erhöht.

 

Unsere Kita Bummi-Kneipp in Eilenburg-Ost hatte sich in den letzten Monaten ein weiteres ehrgeiziges Ziel gesetzt, um das Thema Gesundheit in der Kita zu vertiefen. Das Team unter der Leitung von Frau Richter bewarb sich um das Zertifikat „Gesunde Kita“ in Sachsen. Im September prüfte vor Ort eine Kommission u.a. Gesundheitsverhältnisse im Haus, auf den Freiflächen aber auch bei der Arbeitsorganisation, die Gesundheitskompetenz der Kinder und des Kita-Personals, Kinderentwicklung, Gesundheitsorientierung, und Sicherheit in der Kita. Die Eilenburger kamen auf eine stolze 85%-ige Erfüllung der notwendigen Punkte und sind jetzt für die nächsten 3 Jahre stolze Besitzer dieses Zertifikats.

 

 

2017

In diesem Jahr wurde durch die Stadt Eilenburg der Neubau eines Horts in Eilenburg Ost für bis zu 200 Hortkinder begonnen. Dieser Hort ergänzt das Gelände der Sebastian-Kneipp-Grundschule der Stadt Eilenburg.

 

 

2018

Am 23.02.2018 wurde unsere neue Einrichtung „Sebastian-Kneipp-Hort“ eröffnet. Der neue Hort hat eine Fläche von über 1.200 qm und bietet Platz für bis zu 200 Kinder. Die Außenanlagen bieten neben einem Kombispielgerät auch eine 50 m-Lauf­bahn, ein Basketball- und ein Kleinfußballfeld.

Im Sebastian-Kneipp-Hort wird ein offenes Konzept verfolgt. Der Hort verfügt über acht Grup­penräume, die verschiedene thematische Ausrichtungen haben. So gibt es z. B. einen Theater- und Musikraum, einen Raum für Sport, einen für Forschen und Experimentieren und einen mit Bibliothek und Computern.

Die Ausrichtung des Horts orientiert sich weiterhin am Gesundheitskon­zept von Sebastian Kneipp. In dem Fünf-Säulen-Konzept nach Kneipp liegt der Schwerpunkt auf Bewegung, gesunder Ernährung, seelischem Wohlbefinden, Verständnis und In­teresse an der Na­tur sowie den positiven Aspekten von Wasseranwendungen.

 

In der Zeit von Mai bis August finden bei laufendem Betrieb Umbauarbeiten in unserer Kita Bummi-Kneipp statt, damit nach Abschluss aller Arbeiten dann bis zu 83 Plätze für Krippenkinder und 158 Plätze für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren bereitstehen.

Veränderungen in den betroffenen Sanitärbereichen, an Türen, Fußböden, das Einziehen von Akustikdecken sind sichtbare Zeichen der handwerklichen Leistungen. Mit Hilfe von Spenden konnte auch der Snoezelraum (in der Übersetzung aus dem niederländischen:  Raum zum Kuscheln und Dösen) wieder auf Vordermann gebracht werden.

 

Im Oktober konnte die Kita Bummi-Kneipp in Eilenburg im Wiederholungsaudit durch den Kneipp-Bund Bad Wörishofen das Tragen des Gütesiegels für die nächsten 4 Jahre ganz erfolgreich verteidigen.

In der Einrichtung werden die Kneipp-Prinzipien gelebt.

 

2018 war ein Vereinsjahr angefüllt mit Baumaßnahmen, so auch in der Kita „Sonnenkäfer“ in Dölzig. Nach 12 Monaten Bauzeit wurde ein moderner Anbau in Betrieb genommen, der bis zu 42 Krippenkindern Platz bietet. Im Ergebnis steht nun auch wieder der Mehrzweckbereich für Sport und Spiel zur Verfügung, Kinder mit Behinderungen erhielten einen angemessenen Förderbereich, die Mitarbeiter einen Aufenthaltsraum und die Arbeitsbedingungen in der Küche haben sich verbessert.

 

 

2019

Seit dem 01.01.2019 ist der Hort der Kita Sonnenkäfer eine eigenständige Einrichtung unter einer eigenen Leitung. Gemeinsam mit den Hortkindern wurde ein neuer Name für die Einrichtung gesucht. Die Mehrheit entschied sich für den Namen „Hort Kinderinsel Dölzig“.

 

Am 10. April feierte unsere Line Dance Gruppe „Yellow Roses“ ihren 10. Geburtstag. Es wurde ein Workshop für Interessierte angeboten und ein gemeinsamer Auftritt rundete den Nachmittag ab.

Dann stand im Juni die Teilnahme am großen Weltrekordversuch auf der Staumauer bei Kaprun auf dem Plan. Dabei tanzten 5 Tänzer unserer Line Dance Gruppe auf der Staumauer mit und schafften gemeinsam mit den anderen den Weltrekord des höchstgelegenen Country- und Western-Line Dance.

 

Christel Krauthoff erhielt im April von der Stadt Eilenburg den Mühlenpreis fürs Ehrenamt für ihr Engagement als Ortsgruppen-Vorsitzende. Sie leitet mit 13 anderen Vorstandsmitgliedern die Ortsgruppe der Volkssolidarität Kreisverband Nordsachsen e. V. in Eilenburg und organisiert verschiedene Projekte und Veranstaltungen für alle Altersgruppen in der Ortsgruppe.

 

Am 27. Juni feierte die Kita Bummi-Kneipp in Eilenburg bei sonnigen Temperaturen ihren 35. Geburtstag. Unter dem Projekt-Motto „Olympia ruft“ traten Kinder und Eltern gemeinsam zu sportlichen Spielen und lustigen Wettbewerben an, wie z. B. Sack hüpfen, Paar-Lauf, Ringe-Zielwerfen, Schubkarren schieben und Balance-Geschicklichkeits-Lauf. Stolz trugen die Kinder ihre von Bummi verliehene Medaille nach Hause.

 

Im Juli 2019 wählten die Delegierten in einer vorgezogenen Neuwahl des Vorstandes Herrn Eduard Missale einstimmig zum neuen Vorstandvorsitzenden des Vereins.

 

 

2020

Wir feiern 75 Jahre Volkssolidarität und bedanken uns bei allen Mitgliedern, Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden und Vorstandsmitgliedern die uns auf diesem Weg begleitet haben!

Frau Halle, die bisherige Reiseleiterin, beendete leider aus gesundheitlichen Gründen im Februar 2020 ihre ehrenamtliche Tätigkeit in unserem Reiseclub.

Wir sagen hier gern noch einmal Danke für ihr Wirken.

Seit September 2020 ist Herr Klaus Rudolph ehrenamtlich in unserem Reiseclub tätig, als Ansprechpartner für Ihre Fragen, als Organisator der Reisen und als Reisebegleiter.

 

 

2021

In diesem Jahr gab es durch Corona ständig wechselnde Herausforderungen, stetige Abwägungen und Änderungen: Was ist machbar und möglich, was ist erlaubt, was eingeschränkt? Einrichtungen mussten schließen und konnten wieder eingeschränkt öffnen. Solche Überlegungen betrafen die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen und Horten, im „Gutshaus Biesen“ und „Haus Biesener Bogen“, in der ambulanten Familienhilfe, in der Schulbegleitung und selbstverständlich auch in den Begegnungsstätten und im Mitgliederleben.

Die Kitas und Horte arbeiteten ab Mitte März 2020 in der Notbetreuung oder im eingeschränkten Regelbetrieb, eine Herausforderung für Kinder, Beschäftigte und Eltern. Behördliche Anordnungen zu Betreuungseinschränkungen für Kinder führten andererseits zu einem Betreuungsmehrbedarf in unseren stationären Einrichtungen und in den Familienbetreuungen, denn die Kinder und Jugendlichen waren plötzlich 24 Stunden zu Hause oder in den Einrichtungen. Da brauchte es viel Einfühlungsvermögen, Kreativität und Bereitschaft zur Mehrarbeit der Mitarbeitenden der Einrichtungen und Änderungen von Gewohntem.  In der Planung, Abrechnung und Kontrolle ergaben sich in der Folge viele Besonderheiten und Änderungen, die es zu berücksichtigen galt.

 

Unsere Wohneinrichtung für Kinder in schwierigen Lebenslagen „Haus Biesener Bogen“ feiert im Jahr 2021 ihren fünften Geburtstag.

 

 

2022

Mit dem Renteneintritt unserer langjährigen Geschäftsführerin, Frau Anke Thiedmann, hat sich das Geschäftsführungsteam unseres Vereins zum Jahresbeginn 2022 neu konstituiert. Am 01.01.2022 übernahm Herr Andrej Heim die Geschäftsführung übernommen. Als diplomierter Kaufmann war er 13 Jahre lang als Verwaltungsleiter bei einem großen sozialen Träger in Leipzig tätig und bringt dadurch einen riesigen Erfahrungsschatz im Bereich der Altenhilfe, der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Mitgliederarbeit mit. Als stellvertretende Geschäftsführerin komplettiert Frau Jana Kunze das Geschäftsführungsteam unseres Vereins. Sie ist bereits seit dem 01.12.2008 in unserem Kreisverband tätig. Mit der kontinuierlichen Erweiterung ihres pädagogischen Portfolios als staatlich anerkannte Erzieherin, systemische Kinder- und Jugendlichentherapeutin, Kinderschutzfachfrau und Sozialmanagerin (VWA) konnte sie mit dem Verein wachsen und bereits diverse spannende Aufgaben, wie Leiterin der ambulanten Hilfen zur Erziehung, Qualitätsbeauftragte für Kinder- und Jugendhilfe sowie Pädagogische Leiterin übernehmen und sehr erfolgreich gestalten.

 

Nach langer Bauzeit konnten unsere Hortkinder in Dölzig in den Winterferien 2022 endlich ihre neuen Räumlichkeiten beziehen. Unser Hort „Kinderinsel Dölzig“ befindet sich im Gebäude der neuen Paul-Wäge-Grundschule in Dölzig. Der Hort arbeitet nach dem offenen Konzept, ohne feste Gruppenstruktur. Die Kinder entscheiden eigenständig, mit wem, wo und was sie spielen.

Die Gruppenräume sind thematisch ausgestattet. Sie sind Räume des Träumens, der Fantasie, des Spielens, des Bauens aber auch Werkstatt für kreatives Schaffen und spielerischen Lernens.

 

Am 01.06.2022 feierte die Kita Bummi-Kneipp 20 Jahre als zertifizierte Kneipp Einrichtung. Das Fest stand ganz im Zeichen „Kneipp“ und die zahlreichen Besucher konnten Fußbaden, Wassertreten, ein Kräuterduftkissen herstellen oder ein Einschlafspray kreieren. Es gab eine Fühl- und Taststrecke, Riesenseifenblasen, Sackhüpfen und auf der Hüpfburg konnte getobt werden. Außerdem wurden Smoothies und gesundes Wasser angeboten. Wer wollte, konnte eine Ohren- oder Handmassage genießen.

 

Die Kita „Sonnenkäfer“ in Dölzig feierte am 08.07.2022 das 60-jährige Bestehen im Rahmen des jährlichen Sommerfestes der Kita. Am 04.08.1962 öffnete die Kita in Dölzig ihre Pforten für die Kinder. Heute ist sie größer und moderner als vor 60 Jahren und bietet 89 Kindergarten- und 42 Krippenplätze. Spaß und viele Überraschungen waren zum Fest für Kinder und Gäste vorgesehen. Neben dem begehrten Kinderschminken warteten noch Pony reiten, ein kleines Kinderkarussell oder auch die Dölziger Feuerwehr mit einem Einsatzfahrzeug darauf, entdeckt zu werden. Viele Unterstützer und Sponsoren hatten mitgewirkt, um das Geburtstagsfest mit auszugestalten.

 

Nach 2 Jahren Pause wurde am 02.09.2022 wieder im Gutshaus Biesen gefeiert. Das Gutshausfest jährte sich zum 25. mal. Wieder wurden die Gäste mit einem schönen Bühnenprogramm, Bogenschießen, Axtwerfen, Reiten, Basteln, Schminken und der Biesen-Olympiade bestens unterhalten. Es war ein Tag voller Ereignisse, Erlebnisse, Staunen und buntem Treiben.

 

 

2023

In diesem Jahr wurde zum 25. Mal der Mühlenpreis vergeben, d. h. bisher wurden schon 101 Preisträger für ihr außergewöhnliches Engagement im Ehrenamt geehrt. In der Kategorie Soziales 2023 erhielt Frau Gudrun Linde als Mitglied unseres Vereins diesen besonderen Preis für ihren Einsatz, die Ideen und die Zeit, die sie als Leiterin der Mitgliedergruppe Doberschütz für die Seniorinnen und Senioren im Ort aufbringt. Seit 1995 leitet sie die Mitgliedergruppe in Doberschütz und organisiert mit ihrem Team meist monatlich ein Treffen der Mitglieder oder regt vielfältige Angebote oder Unterhaltungen an, wie z. B. verschiedene Vorträge oder Ausflüge. Mit Überzeugung und Beharrlichkeit gewinnt sie beständig weitere Mitglieder für die Doberschützer Gruppe und sichert so ein interessantes Mitgliederleben.

 

In diesem Jahr feiert unsere Kita Am Park in Delitzsch ihr 50jähriges Bestehen. Die Feier fand dank guter Vorbereitung und Organisation der Mitarbeitenden der Einrichtung mit allen Kindern und Eltern und vielen Gästen am 06.12.2023 statt.